Review: Salon de la Photo, Porte de Versailles, Frankreich

Salon de la Photo, ParisDank einer Einladung von Adobe Frankreich haben wir uns entschlossen den Pariser Fotosalon zu besuchen. Gedanklich schwebte mir eine Fotomesse ähnlich wie der Photokina in Köln vor dem geistigen Auge, also nahmen wir den Zug und fuhren hin. Die Messe fand zwischen dem 8.12. und 11.12.2012 an der Peripherie von Paris statt. In der Halle 4, um genau zu sein.

Salon de la Photo
Salon de la Photo, Paris

Als wir am Eröffnungstag um 10.00h in die Halle kamen, waren bereits viele Besucher anwesend. Die Aussteller waren teilweise noch dabei ihren Stand fertig einzurichten. Bei Adobe, dem Platzhirsch gleich beim Eingang, drängten sich die Besucher. Während der Messezeiten wurden verschiedene Programme vorgestellt, angefangen mit Lightroom, bis hin zu Photoshop. Die wenigen Sitzplätze für die Vorführungen waren schnell besetzt und so blieben die meisten Besucher stehen.

Wir gingen weiter und blieben bei Canon stehen. Etwa 10 Speigelreflexkameras mit Super-Teleobjektiven waren auf einer Plattform mit Ketten fixiert und die Besucher drängten sich um einmal einen Blick durch ein 10‘000.- € teures Objektiv werfen zu können. Leider kann man seine eigene Kamera nicht mit einem der Objektive testen – zu gross ist die Gefahr des Diebstahls. Auch Nikon war vertreten sowie Samsung mit der neuen Kamera, die auch auf Handy macht, wenn man will. Die Vorführung war eher dürftig, die auf Grossleinwand projizierten Bilder waren meistens mit irgendwelchen Filtern bearbeitet worden – wahrscheinlich um von der schlechten Bildqualität abzulenken. Auch Blurb, als Partner von Adobe, hatte einen Stand auf der Messe. Aber weder waren Fotobücher präsentiert, noch wollte man die Verantwortung für die schlechten Druckerzeugnisse auf den Test-Kits übernehmen. Gesprächsauszug: FFP: Warum liefern Sie so eine lausige Bildqualität in Ihren Papiermustern? Ich hatte einen Mustersatz bestellt um zu evaluieren, ob das Papier sein Geld wert ist, bevor ich ein Fotobuch via Lightroom damit mache. Verkäuferin: Moment ich hole jemanden … Der Jemand: Ja, das ist so … wir drucken nur Sujets aufs Papier wegen der Farben. Was der Kunde dann drauf drucken will ist ja ihm überlassen. FFP: Aber wieso entscheiden Sie sich für Bilder, die verschwommen sind und keinen Kontrast haben? Schliesslich entscheide ich mich aufgrund der Mustersätze ob ich mit Ihnen arbeiten will oder nicht. Und wenn die schon so daher kommen, dann verzichte ich lieber. Jemand: Wir sind ja nicht der Papierhersteller, sondern nur der Anbieter … Alles klar.

Halle 4

Bei einem Wiederverkäufer von Manfrotto versuchte ich vergeblich einen Stativkopf zu bekommen. Hier der Auszug aus unserem Gespräch: FFP: Ich habe mein Tischstativ mitgenommen und suche einen Kopf mit Wechselplatte. Verkäufer: Öhh – weiss ich nicht momentan, so die Antwort. FFP: Wie bitte? Verkäufer: Naja, da müsste ich nachschauen, ich weiss das nicht auswendig! FFP: Ja, dann bitte schauen Sie nach! Verkäufer: Können nicht Sie … auf Internet und so…?

Überhaupt sind die Aussteller nicht einheitlich zu kategorisieren. Man findet vn Fotoautomaten-Anbietern bis hin zum chinesischen Importuer von LED Lämpchen (das Stück zu einem €) so ziemlich alles, was mit Fotografie zu tun hat. Was man nicht findet sind hingegen Sitzgelegenheiten. Am Nachmittag fanden wir viele erwachsene Besucher, die sich einfach vor den Rolltoren auf den Boden gesetzt hatten – entweder, weil sie ein Sandwich assen oder weil sie einfach zu müde waren um weiter durch die Halle zu gehen.

Fazit: Ein halber Tag reicht völlig aus um sich einen Eindruck von der Messe und dem Angebot zu machen. Neuheiten gab es keine, Sitzplätze ebenfalls nicht. Die Ausstellung mutet provinziell an, obwohl sie ja in der Hauptstadt statt fand. Falls man zufällig in Paris ist und nichts zu tun hat, kann man dorthin gehen um die Zeit tot zu schlagen. Wir geben 1 Stern von 5 möglichen.

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