Langzeitbelichtung mit Neutralfilter (auch ND-Filter für neutral density)

Für die Langzeitbelichtung mit Neutralfilter als Erstes eine Belichtungsmessung mit der Kamera ohne Filter vornehmen. Die Kamera auf Blendenpriorität stellen, (AV bei Canon) und mit halb gedrücktem Auslöser die Belichtungszeit (shutter speed) ablesen. Die angezeigte Belichtungszeit merkt man sich und reduziert gemäss der Tabelle um die entsprechenden Stufen die Verschlusszeit an der Kamera.

Nehmen wir an ohne Filter würde unsere Kamera eine Belichtung von 1/500s anzeigen.

Bei einem ND64-Filter (z.B. Graufilter 106 von B+W) wären dies 6 Stufen.

Bei einem ND8-Filter wären dies 3 Stufen in der Belichtungszeit. Jetzt werden einfach 3 Stufen in der Belichtungszeit herunter gezählt. 1/500s: 1/250s – 1/125s – 1/60s. Jetzt wird der Filter eingesetzt und mit der vorher eingestellten Blende die errechnete Belichtungszeit von 1/60s eingestellt. Die Kamera sollte man auf manuellen Modus einstellen, da eine korrekte Belichtung meist aufgrund der Filter nicht möglich ist. Dass ein gutes Stativ ebenfalls zur Ausrüstung gehört spricht für sich selbst.

In der Theorie ist die Tabelle perfekt, aber in der Praxis hat sie auch ihre Schwächen. Je dunkler ein Filter ist, um so weniger zuverlässig kann man sich auf die Tabelle stützen. Wenn z.B. meine Kamera eine Belichtungszeit von 1/30s Sekunde ohne meinen ND10-Filter anzeigt, bräuchte ich mit dem Filter eine Belichtungszeit von 30s. Dies mag zwar in der Theorie stimmen, aber oft nicht bei der realen Aufnahme. Man sollte 2-3 Schritte weiter runter gehen, in diesem Fall 2-4 Minuten Belichtungszeit.

Ein zirkularer Polarisationsfilter kann durchaus ebenfalls zusammen mit einem ND-Filter verwendet werden. In diesem Fall wird erst der ND-Filter aufs Objektiv geschraubt, dann der Pol-Filter. Dieser bringt nochmals 2 Blendenstufen und zusätzlichen Kontrast bei Wolken am Himmel.

Die Verwendung von mehreren ND-Filtern gleichzeitig ist ebenfalls möglich. Je weiter man allerdings in den Weitwinkel Bereich vordringt, um so grösser ist die Gefahr der Vignettierung. Je nach Filterhersteller und gewähltem Objektiv können so 2-3 Filter in Reihe angewendet werden.

Je stärker der ND-Filter gewählt wird, um so mehr verstärken sich die Rottöne im Bild und sollten nachher korrigiert werden.


CANON EOS 7D 30s, Bl. 16, ND64-Filter

2 Gedanken zu “Langzeitbelichtung mit Neutralfilter (auch ND-Filter für neutral density)”

Kommentar erstellen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.