Filmen mit der neuen GoPro Hero3 und wie man Verzerrungen eliminiert

GoPro WeitwinkelAufgrund ihrer Konstruktion neigen die Objektivlinsen der GoPro Hero3 zu Verzerrungen. Eine sogenannte „Kissenbildung“ entsteht, wenn ein Weitwinkelobjektiv in den Bereich des FishEyes übergeht. Dies ist oftmals gewollt, entstehen doch dadurch aussergewöhnliche Bildansichten. Diese erlauben es unter anderem den Schärfebereich von sehr nahe bis unendlich auszuweiten und über den gesamten Bereich scharfe Bilder oder Filme zu erstellen.

Dies kann dann problematisch werden, wenn Filmmaterial (footage) gemischt wird. Zum Beispiel Material von einer GoPro Filmkamera und einer DSLR. Oft verwendet man im Filmschnitt abwechselnde Sequenzen, mal eine Nahaufnahme, dann eine Übersicht, gefolgt von einer Detailaufnahme. Kurze Sequenzen mit einer Dauer von 6 bis 12 Sekunden machen den Film interessant, aber die verschiedenen Sequenzen sollten auch optisch zueinander passen. Wechseln FishEye Ansichten zu oft mit Ansichten aus Normal- oder Teleobjektiv Aufnahmen, hat der Zuschauer Mühe dem Film zu folgen, da die geänderte Situation jeweils neu erfasst werden muss.

Die Firma proDAD aus Immendingen hat für solche Zwecke eine Software heraus gebracht. Sie heisst DeFishr und bietet eine Korrektur von optischen Verzerrungen und Fischaugen-Effekt. Und das nicht nur für Videomaterial, sondern auch für JPG’s.

Die Standalone – und damit von der Videoschnittsoftware unabhängige Anwendung – gibt es leider nur für Windows. Sie kann Weitwinkelverzerrungen von ActionCams, Smartphones und anderen Geräten kompensieren. Die Benutzeroberfläche ist dabei denkbar einfach gehalten. Grundsätzlich gibt es nur den Start-Dialog, in den man vorhandene Videos einfach per Drag & Drop importieren kann, die Kameraprofile und eine Vergleichsansicht auswählen kann.

Im Export-Tab lassen sich dann die Videos inklusive Korrekturen wieder ausspielen. Wenn nun die eigene Kamera, das Smartphone oder Objektiv nicht dabei ist, kann man ziemlich schnell und einfach eigene Profile erstellen. Dazu filmt man im Calibrator-Modus auf eine bestimmte Art und Weise ein Schachbrett ab, das DeFishr auf dem Bildschirm generiert. DeFishr analysiert dann das dabei entstandene Video und erstellt automatisch ein passendes Korrekturprofil. Ein kleines integriertes Video mit Anleitung ist ebenfalls integriert.

Ich habe ein GoPro Hero3 Video in 1080 HD-Auflösung an DeFishr übergeben, um die Qualität der Korrektur zu testen. Schon vor der eigentlichen Konvertierung kann man die Veränderungen in Echtzeit überprüfen. Sehr praktisch ist dabei die Vergleichsansicht, die in der linken Bildschirmhälfte das unbearbeitete Originalvideo und in der rechten Hälfte das mit DeFishr korrigierte Video in Echtzeit anzeigt. Bei Bedarf können weitere Einstellungen manuell vorgenommen werden, bei denen vor allem die Tilt- und Pan-Einstellungen interessant sein können, um z. B. stürzende Linien zu korrigieren. Ist man mit der Korrektur einverstanden, kann man über die Timeline auch noch einen In- und Out-Marker positionieren, um nur den gewünschten Bereich des Videos zu exportieren. Auf meinem System mit 12GB RAM, NVIDIA GeForce GTX 260 und INTEL i7 CPU, brauchten 2:13 Minuten Originalvideo in 1080 HD Auflösung mit dem GoPro Hero3 Profil beim Export etwa 7 Minuten. DeFishr exportiert dabei im MP4 Format mit H.264 Codec. Natürlich verfügt DeFishr über eine Batch-Verarbeitung, bei der man gleich mehrere Videos am Stück korrigieren kann, während man eine Tasse Tee oder Kaffee trinkt.

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