Fernauslöser Android App Triggertrap

Triggertrap Android App, Kabel und DongleEs gibt schon einige Apps, mit denen man eine Fotokamera fernauslösen kann. Ich habe mich für Triggertrap entschieden. Mit ihr kann man verschiedene Funktionen der Kamera fernsteuern. Wer zwar meistens Fotoapparat und Smartphone dabei hat, den Fernauslöser aber zu Hause vergisst, ist trotzdem nicht aus dem Schneider. Diese App benötigt logischerweise noch Hardware, nämlich ein Kabel, das mit der Kamera verbunden wird und ein Dongle, mit dem das Kamerakabel mit dem Smartphone verbunden wird.

App herunterladen, Zubehör kaufen

Triggertrap MenüDie kostenlose App ist im AppStore für iOS und bei Google Play für Android erhältlich. Kabel und Dongle müssen zur Kamera und dem Smartphone passend bestellt werden. Entweder man lädt sich zuerst die App auf sein Smartphone und wählt dann im Menu Buy the Dongle die richtige Konfiguration oder man bestellt  seine Wunschkombination im Internet.

Kabel und Dongle kosten 32,99 €. Das Kabel ist auch einzeln erhältlich. Dies macht Sinn, wenn man Kameras verschiedener Marken fernsteuern will. So verwendet man denselben Dongle und wechselt nur das Kabel.

Handy und Kamera sind verbunden

Ich bestellte bei enjoyyourcamera. Dort findet man auch eine Video-Präsentation über die Funktionen der App. Schon 2 Tage später hatte ich die Lieferung erhalten und die Tests konnten beginnen und zwar mit einem Samsung Galaxy S2 (Android) und einer Canon EOS 7D.

Reihenfolge beim Anschliessen

  1. Zuerst mit den Kabeln alle Geräte verbinden
  2. Kamera einschalten
  3. App auf dem Smartphone aktivieren

So stellt man sicher, dass die App die Kamera erkennt. Hält man die Reihenfolge nicht ein, kann es schon vorkommen, dass die App meldet, es sei keine Kamera angeschlossen.

Funktionen und Erfahrungen

Im Menu-Punkt Cable Release der App sind die verfügbaren Optionen von Mode zu finden.

Modus P = Fernauslösung der Kamera per Druck auf den Display Button

Modus B = manuelle Langzeitbelichtung (Bulb)

An der Kamera muss der Modus Bulb eingestellt werden. Den App-Button permanent drücken, um den Verschluss zu öffnen. Wird der Button los gelassen, schliesst sich der Verschluss und die Aufnahme ist beendet.

Modus T = semiautomatische Langzeitbelichtung (Time Bulb)

An der Kamera muss der Modus Bulb eingestellt werden. Der gedrückte App-Button öffnet den Verschluss. Dieser bleibt so lange geöffnet, bis die Aufnahme durch erneutes Drücken beendet wird. Auf diese Weise kann mehrere Stunden belichtet werden. Voraussetzung dazu ist natürlich, dass die Akkus von Smartphone und Kamera mitmachen.

Modus M = Programmierte Verschlusszeit (Exposure lenght)

Damit lässt sich die Verschlusszeit in einem Range von 1/15 Sek. bis 60 Minuten programmieren.

Meine Erfahrung: Die im Modus M eingestellte Verschlusszeit wurde in meinen Tests nie erreicht. Hatte ich z.B. 9 Sekunden programmiert, wurde das Foto mit 8 Sekunden belichtet. Hier scheint noch Verbesserungsbedarf zu sein.

Einstellungen in der App Anzeige am Fotoapparat

Modus Star Trail Lanzeitbelichtung detailliert festlegen

Im Modus Star Trail wählt man die Anzahl der Langzeitbelichtungen, die Dauer der einzelnen Belichtung sowie die Pause zwischen den einzelnen Aufnahmen. Diese Einstellung ist praktisch, wenn man beispielsweise den aus unserer Sicht rotierenden Sternenhimmel fotografieren will, um daraus eine Animation zu erstellen. Die Idee hinter diesem Modus ist, dass an Stelle von Langzeitbelichtungen über mehrere Stunden kürzere Sequenzen fotografiert werden, was zu reduziertem Bildrauschen beiträgt und dadurch bessere Resultate liefert.

Meine Erfahrung: Leider stimmen die Zeitangaben nicht.

  • Bei 10 Aufnahmen zu je 6 Sekunden errechnet die App total 59 Sekunden. Logischerweise wären es aber 60 Sekunden.
  • Die programmierte Zeit stimmt nicht mit der effektiven Belichtungszeit der Kamera überein: In der Position Bulb bei einer programmierten Belichtungszeit von 15 Sekunden werden die Bilder nur mit 14 Sekunden belichtet. Abhilfe schaffte die Umstellung auf M an der Kamera, um die korrekte Belichtungszeit zu erhalten.

Modus LE HDR

Im Modus „LE HDR“ kann man wählen, wie viele Fotos mit einer bestimmten Blende im Bulb Modus der Kamera aufgenommen werden. Die aufgenommenen Fotos kann man dann in Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop oder Photomatix Pro miteinander verrechnen lassen, um so eine grösstmögliche Detailtiefe zu erhalten.

Meine Erfahrung: Leider folgt auch in diesem Modus die Arithmetik ganz eigenen Gesetzen ;). Ich habe zuerst die korrekte Belichtung bei Blende 22 ermittelt: 20 Sekunden. Diese habe ich als Middle exposure festgelegt, dann vom Mittelwert ausgehend eine Blende über- sowie eine Blende unterbelichtet. Bei Exposures, also der Anzahl Aufnahmen, habe ich 3 gewählt. Gemäss Beschreibung sollten somit 3 Fotos erstellt werden. Eines mit der korrekten Belichtung 22″ bei Blende 22, eines überbelichtet und ein drittes unterbelichtet. Als Resultat erhielt ich aber 4 Fotos mit den folgenden Einstellungen:

  • 20″ bei Blende 22
  • 9″ bei Blende 22
  • 19″ bei Blende 22
  • 39″ bei Blende 22

Tipp: Man kann sich die Einstellungen auch kameraseitig auf ein Preset legen (custom oder C) und dann mit der normalen Kabelauslösefunkton fern steuern, ohne den Bulb Modus und den Umweg über die App zu wählen. Da viele Kameras aber nur 3 Aufnahmen schaffen, wäre die App wiederum eine Alternative, denn die schafft bis zu 17  Aufnahmen mit Abstufungen.

Bramping (Bulb Ramping Timelapses)

Diese Wortschöpfung beschreibt das Fotografieren mit Langzeitbelichtung bei mehreren Fotos über einen längeren Zeitraum. Viele Fotografen schiessen Zeitrafferaufnahmen mit Blendenpriorität. Was aber tun, wenn sich die Lichtverhältnisse während der Aufnahmen verändern? Bramping bietet die Möglichkeit, aufgrund der aktuellen Lichtsituation eine Lichtsituationsprognose, sagen wir für 2 Stunden, zu berechnen. Durch die Eingabe einer Anfangs- resp. Endbelichtung ergeben sich graduell wechselnde Abstufungen zwischen diesen beiden Werten. Genau die macht Bramping. Man stellt ein:

  • wie viele Fotos gemacht werden sollen
  • die Zeit, in welcher diese Fotos gemacht werden
  • die Belichtungszeit der ersten und der letzten Aufnahme

Klickt man auf das kleine Sonnensymbol rechts des Schiebereglers, sieht man die Zeiten für Sonnenauf- und Untergang. Ganz unten wird dann angezeigt, wie oft ausgelöst wird.

Meine Erfahrung: Bei 10 Fotos verteilt auf 3 Minuten ist dies ein Foto alle 18 Sekunden. Erstaunlicherweise stimmt hier die Berechnung ;-). Dafür stimmt die stufenweise Änderung der Belichtungszeiten nicht. Meine Einstellungen:

  • First exposure: 1/15 Sekunden
  • Last exposure: 1/2 Sekunde
  • Blende 22

Resultat: Ich erhielt zwar die 40 Bilder über einen Zeitraum von 20,5 Minuten, jedoch waren alle mit 1/10 Sekunde und Blende 22 belichtet obwohl der Bulb Modus eingestellt war.

Fazit: enttäuschend

Hier habe ich die Tests abgebrochen. Meiner Ansicht nach ist die Android App nicht brauchbar. Sie hat viele Schwachstellen bzw. ist fehlerbehaftet und bietet nicht annähernd dieselben Möglichkeiten wie die App für iPhones.Jene ist viel umfangreicher, was in der Beschreibung der App aber nicht erwähnt wird. Deshalb werden falsche Erwartungen geweckt, denn es wird nicht zwischen den beiden Systemen differenziert. Die App wird laufend weiter entwickelt, sodass Hoffnung auf Verbesserung besteht.

Hier ist es nun Zeit, das Video von enjoyyourcamera zu zeigen:

Bedienungsanleitung

Eine Bedienungsanleitung gibt es momentan nur für iOS und die Version 1.5.2. Die neueste Version ist 2.0. Eine Bedienungsanleitung für Android Nutzer gibt es nicht – auch nicht für eine ältere Version. Die Anleitung ist nur in Englisch.

Im Test verwendete Geräte

Samsung Galaxy S2 und Canon EOS 7D. Dongle und Kabel von Triggertrap.

In diesem Text erwähnte Webseiten und weitere hilfreiche Links
http://triggertrap.com/
http://www.enjoyyourcamera.com/TRIGGERTRAP:.:190.html
http://fotobeam.de/testberichte/test-triggertrap-mobile-kabelausloeser-teil1/

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