BLURB – nomen est omen

swatch kitBLURB. Der Name erinnert mich an schleimige Monster, steht aber für ein in über 30 Ländern vertretenes Unternehmen, das sich dem Druck von Fotobüchern widmet. Auf der Homepage des Unternehmens werden denn auch Bücher und Papiere in verschiedenen Varianten – alles Profiqualität – angeboten. Gegen einen Unkostenbeitrag kann man sich ein so genanntes „Swatch Kit“ schicken lassen. Ich habe mir so ein Kit bestellt, um zu sehen, ob sich die Produktion eines Fotobuchs mit dem Papierangebot von Blurb sinnvoll realisieren läßt.

Kit - WB korrigiert

Durchscheinende Seiten - WB korrigiert

Nach etwa einer Woche erhalte ich ein Couvert aus den USA, abgestempelt von USPS. Als erstes fällt mir auf, dass das Papiermuster aus den USA kommt. Warum eigentlich, wenn das Unternehmen in über 30 Ländern vertreten ist? Das Muster enthält 5 Papiersorten:

PROLINE UNCOATED 148 g
STANDARD 118 g
PREMIUM MATTE 148 g
PREMIUM LUSTRE 148 g
PROLINE PEARL PHOTO 140 g

Die Haptik ist enttäuschend. Das Papier fühlt sich durchwegs billig an und ist nicht rein weiss. Im direkten Vergleich des STANDARD 118 g Papiers mit meinem 90 g Briefpapier würde ich mich spontan für ein Fotobuch aus meinem Briefpapier entscheiden.

Sieht echt so aus - ohne WB

Vorder- und Rückseite der Muster sind mit Bildern derselben Größe bedruckt. Die Muster sind zwar alle gleich gross, aber der Druck vorder-/Rückseite nicht paßgenau und teilweise bis zu 2 mm verschoben. Da denkt man sich: Wenn die nicht mal ihre Muster richtig drucken können …

Auf der einen Seite sieht man ein Foto in s/w von M. Abdulaziz. In den Tiefen findet sich keine Zeichnung mehr; die dunklen Bildpartien sind „abgesoffen“. Auf der Rückseite dann ein Farbfoto von Cig Harvey, aufgenommen in der Mangrove Bay auf Bermuda. Das Foto ist unscharf, die Farben muten an wie von einem ausgebleichten Polaroid Photo, das irrtümlich in die Waschmaschine geraten ist. Vielleicht sind Schärfe und Farben irgendwo im Bermuda Dreieck verschwunden.

Ein Bild wie aus der Waschmaschine

Legt man zwei der Musterblätter versetzt übereinander – was ja in einem Fotobuch zu erwarten wäre – scheint das Bild der unteren Seite durch. Dazu muß man die Kärtchen nicht einmal gegen das Licht halten.

Fazit: Adobe Lightroom 4 sieht in seinem Buchmodul vor die erstellten Bücher von Blurb drucken zu lassen. Das Papier reiht sich in die bereits von mir gemachten Erfahrung mit dem Buchmodul in LR 4 ein: Beides ist unbrauchbar. Das Papier hat nichts mit „Fine Art Photography“ gemein. Wer wirklich mit diesen Papieren arbeiten will, sollte vorher in einen Mustersatz investieren. So lassen sich teurere Enttäuschungen vermeiden.

3 Gedanken zu „BLURB – nomen est omen

  1. Hi Matz,
    Das ist ja wirklich nicht zu glauben, dass du so enttäuscht von dem Fotobuchdrucken bei Blurb bist. Ich habe bis jetzt nämlich kaum schlechtes gehört über den Anbieter Blurb. Zum Glück hast du den Musterdruck bestellt… Ich glaube jetzt überleg ich mir es nochmal bei Blurb zu bestellen , denn auf die Qualität lege ich großen Wert und wenn diese Dich überhaupt nicht begeistert hat…
    Vielleicht lag es aber an den Fotomusten von Blurb,dass diese so schlecht waren,denn zB auf http://www.wolfdengler.de/2012/05/05/farbwiedergabe-und-farbtreue-im-blurb-proline-fotobuch/ wurde Blurb getestet. Zwar war der Tester von der Farbgebung nicht ganz überzeugt aber dennoch nicht so enttäuscht wie du…
    Bei http://www.fotobuchberater.de/Magazin/196/Das-Blurb-Fotobuch-im-Test—Ein-Erfahrungsbericht.html wurde Blurb ebenfalls getestet , wie auch viele andere Fotobuchanbieter. Vielleicht findest du dort ja andere Alternativen die dich überzeugen 😉
    Vielleicht wäre Saal Digital oder das Cinebook besser für Dich geeignet, sind zwar teurer aber die Qualität soll auch besser sein. LG

  2. Hi Franzi,
    Ja, ich denke, dass es schon viele andere Anbieter gibt, die qualitativ besser sind als BLURB ohne jetzt Namen nennen zu wollen. Wie ein bei BLURB in Auftrag gegebenes Fotobuch letztendlich in Haptik und Farbtreue geliefert wird kann ich nicht beurteilen, denn mich haben die Muster schon so abgeschreckt, dass ich wirklich keine Lust hatte in ein Fotobuch zu investieren.
    LG, Matz

  3. Hallo,
    der Bericht von Matz deckt sich schon mit meinen Erfahrungen. Zumindest was die Bildqualität angeht – nur wollte ich die anhand des Swatch-Kits nicht beurteilen, denn die Bilder waren für mich einfach zu klein um da sicher in der Aussage zu sein. Allerdings haben mich die Motive auch etwas erstaunt. Mir ging es da mehr um das Papier und die Haptik. Mein Eindruck von Blurb:
    – Haptik gut – aber nur beim teuersten Papier!!
    – Bildqualität mit erheblichen Einschränkungen in den Farben Grün und Blau
    – Bindung und Einband / Umschlag: gut
    – Preis / Leistung für Bildband: eher schlecht; für andere Arbeiten nicht getestet

    Interessant ist dann noch die Betrachtung des ICC-Profils von Blurb mit ICCView. Der mögliche Farbraum bei Blurb ist einfach viel zu klein für eine ordentliche Farbwiedergabe. Gibt es aber auf meiner HP auch einen Bericht darüber.
    VG, Wolfgang

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