Bildbearbeitung und Printmedien – gehe nicht über MS Word

FotoDie Idee erschien mir nicht schlecht. Ich wollte während eines Jahres unsere Erlebnisse schriftlich festhalten. Früher nannte man so etwas auch „Tagebuch schreiben“. Heute muss man sich vorher überlegen in welcher Form die digitalen Informationen ausgegeben werden sollen. Soll ein Buch gedruckt werden? Oder ist es für ein Blog auf Internet? Soll es als PDF gespeichert werden oder als Word Dokument? Ich habe mich für ein gedrucktes Buch entschieden.

Hat man diese Fragen geklärt, sollte man sich überlegen, wie man am universellsten seine täglichen Beiträge in die digitale Form bringt. Zur Auswahl stehen: Ein PC, ein Laptop, ein Smartphone mit Android 4.0 und ein Pad mit Android 4.1.

Da man ja nicht mit PC reisen möchte, aber ein Smartphone zu friemelig ist, um längere Beiträge zu schreiben, fällt die Auswahl auf das Pad. Natürlich möchte man am heimischen PC ebenfalls Beiträge schreiben – der Bildschirm ist wesentlich grösser. Wer zusätzlich noch ein Reiseblog schreibt (Z.B. Blogger) und Fotos aus dem Smartphone einbindet, will natürlich auf die Möglichkeit, diese Beiträge ebenfalls einzubinden, nicht verzichten. Fazit: Wir haben nun drei Eingabegeräte mit unterschiedlichen Betriebssystemen, die es uns erlauben sollen Text und Bilder in einem Dokument plattformübergreifend zu speichern und zu editieren. Nicht zu vergessen die verschiedenen Möglichkeiten Dokumente in der Cloud zu speichern und zu verwalten.

Da fällt Adobe InDesign schon mal weg, weil es nicht unter Android läuft. Ein Nur-Text Editor wäre wohl ganz praktisch, weil unformatiert und daher neutral, aber wie der Name schon sagt, erlaubt er nur die Eingabe von Text und keine Bilder. Als Ausweg bleibt MS Word, das mit der Möglichkeit Text und Bilder in einem ansprechenden Layout (man will ja auch was fürs Auge) darzustellen plattformübergreifend funktioniert. So kann ich mein Tagebuch in die Cloud hoch laden, bei Bedarf ändern und wenn ich wieder am PC sitze alles aktualisieren. Daher war die Entscheidung für Word gefallen und eigentlich sieht alles auch ganz gut aus – oder?

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Gegen Ende des Jahres machte ich mich daran das Layout für das gedruckte Buch zu erstellen. InDesign hatte mir bereits in der Vergangenheit gute Dienste geleistet, weshalb es auch dieses Mal zum Einsatz kam. Nachher soll das Buch als PDF exportiert und zum Drucker geschickt werden. Mit kopieren / einfügen hatte ich den Text aus Word nach InDesign übernommen. Ich erstellte Grafikrahmen und füllte diese mit den Bildern aus Word auf dieselbe Weise. Dazu muss man voraus schicken, dass einige Bilder aus den diversen Smartphones nur noch im Word Dokument vorhanden waren, also nicht mehr via Festplatte nachgeladen werden konnten. Beim Probeexport nach PDF kam die böse Überraschung: Was hatte Word mit meinen Bildern gemacht?

Originalgrösse

Es hatte die Bilder einfach herunter gerechnet und zwar auf die Anforderungen des erstellten Word Dokuments. Wieso allerdings die Auflösung nunmehr 220, 096 PPI beträgt bleibt ein Rätsel. Mit dieser Qualität kann ich die Bilder nicht drucken, selbst wenn ich die Bildabmessungen in InDesign reduziere.

Von MS Word reduziert

Da ich Adobe LightRoom als Bildverwaltung verwende, machte ich mich nun auf die Suche um die Bilder direkt in InDesign zu ersetzen. InDesign bietet die Möglichkeit über die Mini Bridge, ein kleines PlugIn, Bilder direkt ins Dokument zu ziehen. (Bridge ist die von Adobe mitgelieferte Bildverwaltung der Grafik Suite). Es ist ganz einfach: Mini Bridge öffnen und die Bilder in den Grafikrahmen ziehen, so die Idee. Da ich aber die Bilder bereits in LightRoom bearbeitet hatte (beschnitten, Kontrastkurven etc.) und Lightroom mit der Bridge aus demselben Hause nicht kompatibel ist, ergaben sich erneut Probleme. Ich wollte ja nicht die unbearbeiteten Originale sondern die bearbeiteten Bilder in mein Dokument einfügen.

Ein Doppelklick auf das einzusetzende Bild in der Mini Bridge öffnet dieses im RAW-Konverter, ein Klick auf Speichern speichert dieses dann als neues JPEG, TIF oder was auch immer und nun kann man dieses eben erstellte Bild endlich über die Mini Bridge ins InDesign-Dokument einfügen. Dazu wäre noch anzumerken, dass man nun ja die Bilder doppelt auf der Festplatte hat (Original und das bearbeitete). Wer jetzt auf die Idee kommen sollte, die Doppel der Bilder zu löschen, ist schlecht beraten. InDesign erstellt standardmässig nur Verknüpfungen zu den Bildern, was ja auch Sinn macht. So benötigt man weniger Speicherplatz. Wird das Bild gelöscht, ist die Verknüpfung fehlerhaft und die Bilder können nicht mehr korrekt eingebunden werden. Tönt kompliziert?

Wer einen einfacheren Workaround findet, kann diesen gerne hier posten.

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